Über Uns

Glut & Gerne e.V. ist eine engagierte Gemeinschaft von Menschen, die für Kunst und Kultur in Höhr-Grenzhausen brennen.
 Als kreatives Netzwerk der kulturell Tätigen setzen wir uns dafür ein, Kunstschaffenden eine starke Stimme zu geben und den kreativen Austausch in unserer Stadt aktiv zu fördern.
 Ein besonderes Anliegen ist uns die Nachwuchsförderung in den Bereichen Glas, Kunst und Keramik. Wir unterstützen junge Talente, indem wir Räume für Ideenaustausch und Entfaltung schaffen.
 Da wir uns dem UNESCO-Kulturerbe der Westerwälder Töpfertradition verpflichtet fühlen, liegt es uns am Herzen, dieses wertvolle Erbe zu bewahren und lebendig zu halten.
 Als einen der bedeutendsten Keramikstandorte Europas machen wir Höhr-Grenzhausen sichtbar und erlebbar – mit Ausstellungen, Veranstaltungen, Projekten und kreativen Kooperationen.
Alle, die unsere Arbeit unterstützen und somit Teil dieser lebendigen Bewegung werden möchten, sind bei Glut & Gerne e.V. herzlich willkommen!

Gründungsmitglieder
v.l.n.r.: Claudia Henkel, Kathrin Bachmann, Tine Angerer, Susi Schmidt, Arwed Angerer, Grit Uhlemann, Peter Eichelberg, Emma Menne, nicht im Bild Kyra Spieker

Die Entstehung eines Vereins, vom Erlöschen und Wiederanfeuern von Claudia Henkel

Im November 2022 bekam ich von meinen wirklich sehr, sehr netten Vermietern meiner Keramischen Werkstatt die Kündigung, wegen Eigenbedarf. Nach 16 Jahren ein Schock. Mit Höhr-Grenzhausen habe ich seit jeher ein wenig gehadert. Aber plötzlich merkte ich, ich wil hier aber gar nicht weg. Von meinen Kollegen, meinen Freunden, aus dieser Stadt. Ich fing sofort aktiv an nach einer neuen Werkstatt zu suchen und stellte nach einigen Monaten fest, in Höhr-Grenzhausen, der Stadt der Keramik gibt es nichts, was annehmbar, bezahlbar, geeignet oder verfügbar ist. Ich war verzweifelt. Ich startete einen Hilferuf an meine KollegInnen.

Und es kamen viele zu Hilfe. Wir trafen uns in meiner geliebten Noch-Werkstatt und stellten fest, ich war nicht die einzige, die dieses Problem hatte. Etablierte KeramikerInnen aus Grenzhausen suchten wegen unüberbrückbarer Meinungsverschiedenheiten mit dem Vermieter seit Jahren verzweifelt nach neuen Räumlichkeiten. Der zahlreiche, aber bis dahin fast allen unbekannte Nachwuchs hatte ebenfalls keine Chance etwas zu finden. Und das, obwohl wir in der Keramikstadt eigentlich historischen Werkstattraum in Hülle und Fülle vor der Nase haben. Alles könnte so schön einfach sein. Aber es gibt da ein strukturelles Problem in dieser Stadt. Zu viele Immoblien in den Händen weniger, wie in vielen Städten. Planmäßig sind in den letzten Jahren leer werdende Werkstätten aufgekauft worden um sie als Lager umzunutzen oder verkommen zu lassen. Ließe man dieser Entwicklung freien Lauf, würde die Keramik in Höhr-Grenzhausen, angesichts der Altersstruktur der momentan aktiven KeramikerInnen über kurz oder lang aussterben. Eine unerträgliche Vorstellung.

Wir, die Keramiker, die sich seit dem Hilferuf in einem wieder ins Leben gerufenen, monatlichen Stammtisch versammeln, versuchten daher die Stadt mit ins Boot zu holen und richteten einen Appell an die Verbandsgemeinde. Eine gemeinsam verfasste Auflisung des Leerstandes und die Darstellung des Problems machte den Stadtvätern und Stadtmüttern klar, daß Handlungsbedarf besteht. Der Funke fiel auf fruchtbaren Boden. Eine konstruktive Zusammenarbeit zwischen der Stadt, der Wirtschaftsfördungsgesellschaft, dem Kulturbüro Rheinland-Pfalz und den Werkstattsuchenden entstand. Und wieder wurde deutlich, gemeinsam sind wir schlagkräftiger und können etwas erreichen. Es entstand, wie schon so oft der Gedanke einen Verein zu gründen, die Kräfte zu bündeln und als einiges Ganzes aufzutreten.

Von der Idee zur Umsetzung war es allerdings ein weiter Weg. Meinungsverschiedenheiten, zähe Diskussionen zu den Zielen, Satzungstext, Namensgebung …. Zwischendrin sind viele wegen der trockenen Materie und der undankbaren und streitbaren Aufgabe auf der Strecke geblieben. Kurz sah es sogar so aus, als ob das ganze Projekt und auch der Stammtisch wieder ad acta gelegt würden. Aber sturköpfige 9 Menschen blieben übrig und zogen den Gründungsprozeß (ohne die anderen) durch. Im September 2024 fand die konstituierende Sitzung statt. Und seit November 2024 gibt es ihn, den Verein namens Glut und Gerne, Verein zur Förderung von Glas, Kunst und Keramik e.V.

30 Mitglieder zählt der Verein zur Zeit. Er ist gemeinnützig. Wir haben das GERNE gemacht, auch wenn die GLUT manchmal ein wenig zu ersticken drohte. Aber angesichts der Kürze der Zeit haben wir seit der Gründung bereits einiges erreicht. Um an dieser Stelle nur eines zu nennen. Es gibt eine neue Ateliergemeinschaft namens K² Studios in den ehemaligen Räumen der Töpferei Girmscheid. Und ich darf Teil dieser Gemeinschaft sein und lodern. Ich bin sehr glücklich und dankbar über diese Entwicklung.

ein kleiner Rückblick….von Kyra Spieker

als ich mich 1984 zusammen mit Kolleg:innen und Gerhard Tattko als Initiator in der alten Plein-Wagner-Fabrik in Hillscheid selbstständig machte, war dies ein Novum.

Zum 1. Mal wagten sich junge Absolvent:innen der Fachschule für Keramik-Gestaltung eine neue Werkstatt inmitten der alt eingesessenen Keramikwerkstätten und Manufakturen zu gründen. Bald folgten gemeinsame Ausstellung im In-und Ausland, jedoch blieb die „Werkstattgruppe Hillscheid“ vor Ort ein Geheimtipp und isoliert. 

und heute?

Unser damaliger Mut hat Nachahmer:innen gefunden und so

freue ich mich über die zahlreichen Kollegen und Kolleginnen in Höhr-Grenzhausen und Umgebung, die in ihren Werkstätten individuelle und vielfältige Keramiken anfertigen; zusammen bilden wir inzwischen eine Szene, die weit über die Stadt hinaus von sich reden macht.

Unseren Aktivitäten einen Rahmen zu geben und solidarisch gemeinsame Ziele voran zu bringen, ist daher nur folgerichtig.

Internationaler Austausch von Grit Uhlemann

Neue Perspektiven sind nicht nur eine Bereicherung, sondern eine zentrale Voraussetzung für ein gutes Miteinander. Wenn Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur, Sprache und Lebensweise zusammenkommen, entstehen wertvolle Lernräume für Kreativität, Empathie, Respekt, Dialog und gemeinsames Engagement. Austauschreisen, Artist-in-Residence-Programme und internationale Märkte, wie auch der Keramikmarkt in Höhr-Grenzhausen, an dem jedes Jahr ein Gastland vorgestellt wird, bieten Begegnungsmöglichkeiten, die neue Impulse, Erfahrungen und Sichtweisen bringen. Indem interkulturelle, solidarische Offenheit aktiv gelebt wird, entstehen Räume, in denen sich alle willkommen fühlen – unabhängig von Herkunft, Religion oder kulturellem Hintergrund. Das würden wir uns für Höhr-Grenzhausen sehr wünschen und ist ein Ziel unseres Vereins.